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20.3.2019 15:00

Waldbrand Italien

Am Sonntag den 11. August läutete bei einigen Feuerwehrkameraden aus der Gemeinde Velden am Vomittag das Telefon, ob sie an einem Waldbrandeinsatz in Italien teilnehmen können, und samt Schlafsack in einer Stunde im Feuerwehrhaus eintreffen können. Weitere Anweisungen im Sicherheitszentrum Velden.

Schließlich fuhren 2 Mann der Feuerwehr St. Egyden mit dem KLF St. Egyden zum Treffpunkt ins Sicherheitszentrum Velden: LM Bernhard Aichholzer und FM Dominik Meritschnig. Mit 4 weiteren Kameraden der Feuerwehr Velden folgte nach einer kurzen Lagebesprechung der Aufbruch nach Pontebba. Die Einsatzbereitschaft im Ortsgebiet St. Egyden wurde durch ein bereitgestelltes KLF der Feuerwehr Velden gewährleistet.

Erste Station war die Grenze zu Italien, wo wir auf die Feuerwehren Seeboden und Bruggen warteten. Von dort wurden wir gemeinsam von einem Fahrzeug des Landesfeuerwehrverbandes zur Montasio Alm gelotst. Bei den ersten Gesprächen mit dem Lotsen wurde unsere vorherrschende Meinung (wieviel Arbeit wird schon nach 3 Tagen Waldbrand übrig sein?) gleich mal geändert: "Die warten dort schon auf euch, Brand ist noch nicht unter Kontrolle, und denen geht schon die Kraft aus."

Beim Eintreffen am Einsatzort waren von mir als Fahrzeugkommandanten gleich mal die Formalitäten zu erledigen, und alle Kräfte und Gerätschaften zu melden. Von den abzulösenden Feuerwehrkameraden war zu vernehmen: "Macht's euch bereit, ihr werdet sicher gleich ins vorderste Einsatzgebiet geschickt, denn unsere Kameraden wurden schon zurückbeordert."

Gleich darauf wurden wir auch schon angewiesen, festes Schuhwerk und Kletterausrüstung anzulegen, je 2 Mann ein Funkgerät und eine Hacke mitzunehmen. Nach der Befehlsausgabe wurden wir auch schon mit einem Pickup ca. 2,5 km in das Einsatzgebiet gefahren. 2 Maschinisten blieben beim Camp, um unsere Tragkraftspritze, die zum Transport der Wasserversorgung eingesetzt wurde, zu bedienen.

Unsere Arbeit begann dann damit, ca. 1km D-Schläuche durch C-Schläuche zu ersetzen, welche entlang eines schmalen Jägersteiges verlegt waren. Bei dieser schweißtreibenden Arbeit mußte auch darauf geachtet werden, in dem unwegsamen Gelände nicht abzurutschen. Dadurch konnte die vorhandene D-Leitung im Waldbrandgebiet auf eine weitere zweite D-Leitung erweitert werden, was unsere Schlagkraft natürlich stark vergrößerte.

Das Löschwasser wurde über die insgesamt ca. 4km Schlauchlänge (samt D-Schläuche an der Front) von unserer TS1200 und einer weiteren TS800 (nach ca. 2,5 km zwischengeschaltet) befördert. Durch zu hohen Druck platzten anfangs ein paar B-Schläuche, aber der Wassertransport funktionierte bei konstanten 5 bar einwandfrei, und unsere Tragkraftspritze lief an den 2 Einsatztagen durchgehend und problemlos.

Das Brandgebiet selbst war bereits stark ausgebrannt und zu großen Teilen umgegraben. An vielen Stellen rauchte der Boden, und rundherum war alles schwarz. Über die Felsen unter uns drängten oft dichte Rauchwolken zu uns hoch, die Brandstelle selbst konnte aber vorerst nicht eingesehen werden. Erst am nächsten Tag drangen wir an Seilen zu diesem Glutnest vor, da auch die Hubschrauber diese Stelle nicht erreichten.

Unsere Aufgabe bestand darin, die verbliebenen Glutnester im Hang aufzugraben und mit den 2 Löschleitungen abzulöschen. Das funktionierte mit unseren Hacken und Vollstrahl sehr gut, benötigte aber auch entsprechend viel Zeit. Nachdem der erste Hubschrauber eine Ladung Wasser in unserer Nähe abgelassen hatte, wußten wir auch, warum die abgelösten Kameraden derart schwarz gezeichnet waren. Dem Wassernebel folgte eine schwarze Wand aus Asche, die sich erbarmungslos ihren Weg durch den Wald bahnte.

Um 20 Uhr bauten wir die ersten Sprinkler auf, welche noch einige Stunden Löscharbeiten leisten sollten, nachdem wir abgerückt waren. Beim Abrücken gab es auch noch eine Schrecksekunde, als ein Kamerad auf dem engen Steig abrutschte, aber mit viel Glück nach 3m im Gebüsch hängen blieb.

Abendessen gab es in der Hütte der Montasia-Alm, welche bekannt für ihre Käseprodukte ist, aber auch der Wein war nicht zu verachten.

Nach einer kurzen aber entspannten Schlafphase in den geräumigen Zelten war um 7 Uhr das Frühstück angesetzt. Da die Lageerkundungen mit den Italienern etwas länger gedauert haben, ging unser Einsatz erst um ca. 10 Uhr wieder los.

Viele Glutnester waren über die Nacht wieder aufgeflammt und mußten bekämpft werden. Danach wurden unsere Kameraden aus Bruggen von der Feuerwehr Grafenstein abgelöst. Diese waren noch Taufrisch, und so konnten wir es wagen, uns über die Felsen abzuseilen, und den Brandherd unter den Felsen zu lokalisieren. Einige Schwierigkeiten bereitete uns dabei der Aufbau der Löschleitung. Letztlich hatten wir aber Erfolg, und auch dieses Glutnest konnte gelöscht werden.

Nachdem uns gegen Abend die Feuerwehr Seeboden ablöste, konnten wir zum Camp zurückkehren. Unsere Tragkraftspritze und unsere Maschinisten blieben aber weiterhin im Einsatz. Erst gegen 21 Uhr konnten wir die Heimreise antreten.

Einsatzende war für uns dann gegen 23 Uhr, nachdem unser KLF wieder einsatzbereit im Feuerwehrhaus geparkt war. Recht müde, aber um einige Erfahrungen reicher, fuhren wir dann nach Hause.

 

Zum Bericht des KLFV 

 

 

Alarmierung FF St. Egyden: 11.08.2013 um 10:00 Uhr

Rückkehr ins Rüsthaus: 12.08.2013 um 22:30 Uhr

Einsatzleitung

Einsatzleitung: LM Bernhard Aichholzer

Eingesetzt

KLF St. Egyden mit 2 Mann
Feuerwehr Velden mit 4 Mann